Die Geschichte der Globalisierung

Thomas Buchner

Globalisierung gilt gemeinhin als Phänomen jüngeren Datums, das durch die Relativierung historisch gewachsener Strukturen wie Staat, Wirtschaftssystemen oder regionaler bzw. nationaler Identitäten gekennzeichnet sei. Dabei werde, so stellt Thomas Buchner in diesem Beitrag (2006) fest, nicht nur die historische Bedingtheit von Phänomenen globaler Reichweite übersehen, sondern auch die historische Dimension von Globalisierung selbst.

Zur Veranschaulichung dieser Grundthese spannt unser Autor in diesem historisch fokussierenden Beitrag einen weiten Bogen von den globalen Interaktionen der frühen Neuzeit bis hin zu den Globalisierungsprozessen des 21. Jahrhunderts.


TTIP - Transatlantic Trade and Investment Partnership

©Andrej Kaprinay - Fotolia.com

Zurzeit verhandeln die USA und die EU über die Schaffung einer neuen Freihandelszone zwischen beiden Wirtschaftsräumen. Mittlerweile ist dieses Projekt in Politik und Gesellschaft - national wie international - umstritten. Unter anderem, weil es an Transparenz mangelt, was und worüber genau verhandelt wird.

Die Befürworter erhoffen sich positive wirtschaftliche Impulse, die Gegner kritisieren u.a. Einschnitte in Sozial- und Umweltstandards sowie die Einführung von speziellen Schiedsgerichten. 

Globalisierung und transnationale Konflikte: Frieden aus einer Global-Governance-Perspektive





Christoph Weller / Richard Bösch

Der Globalisierungsprozess bringt einen Strukturwandel der internationalen Beziehungen mit sich, durch den sich die Zahl transnationaler Konflikte erhöht und deren Eskalationsgefahr verstärkt. Dazu tragen in entscheidender Weise die grenzüberschreitenden gesellschaftlichen Beziehungen bei, aus denen sich sowohl lokale und innerstaatliche wie auch zwischenstaatliche Konflikte ergeben.

Weller / Bösch beschreiben die Herausforderungen für den Frieden im 21. Jahrhundert. Der 2015 aktualisierte Beitrag ist wie folgt gegliedert: 

- Einleitung
- Strukturwandel im Globalisierungsprozess
- Konflikte im Globalisierungsprozess
- Transnationale Konflikte der Weltgesellschaft
- Austragungsformen transnationaler Konflikte
- Frieden im Zeitalter der Globalisierung
- Frieden aus einer Global-Governance-Perspektive
- Zusammenfassung

Dieses Zusammenwirken verschiedener Akteure und Institutionen beschreiben die Autoren in Global-Governance-Ansätzen; es gälte, diese Konzepte im Hinblick auf die gewaltfreie Austragung weltgesellschaftlicher Konflikte weiterzuentwickeln und politisch umzusetzen. Zum Text


Globalisierung bewegt Menschen: Migration in heutiger Zeit

Markus Breuer

Das Phänomen der Globalisierung steht mit weltweiten Wanderungsbewegungen in enger und teils ursächlicher Wechselwirkung. Dabei sind Bewegungen der Menschen von einem Ort zum anderen durchaus nichts Außergewöhnliches, sondern seit alters her eher der „Normalfall“.

Neu sei jedoch, so arbeitet Markus Breuer in seinem Beitrag unter anderem heraus, dass durch den globalisierungsbedingten Wegfall von Hindernissen und Schranken (für Waren, Ideen, Geldströme usw.) Migration immer mehr zu einem Routineprozess für viele Menschen geworden ist, der jetzt praktisch alle Länder umfasst.

Da weltweite Migrationssysteme und Netzwerke häufig nur noch vor einem globalen Referenzrahmen verstehbar und beeinflussbar sind, geraten Fragen zu Migration und ihren Folgen immer öfter auf die Tagesordnung überstaatlicher Organisationen und Zusammenschlüsse. 

Zum Text / Wissenssnack

Junge im Hafen auf Schiffe schauend © francovolpato / fotolia.com

Exkurs - ist das heutige China in seinem Verhalten vergleichbar mit dem wilhelminischen Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts?

Prof. Herfried Münkler (HU Berlin):

"Das «Reich der Mitte» ist durch die Globalisierung der Wirtschaft in eine geostrategisch unkomfortable Lage geraten.

Inzwischen arbeitet China am Aufbau einer Kriegsflotte, die einerseits die Versorgungswege durch die indonesische Inselwelt und den Indischen Ozean sichern soll und andererseits einen Risikofaktor für die in diesen Räumen operierenden US-amerikanischen Kriegsschiffe darstellt.

Das kann auf längere Sicht zu einer chinesisch-amerikanischen Konfrontation führen, die ähnlichen Mustern folgt wie der deutsch-britische Gegensatz am Anfang des 20. Jahrhunderts."


Mehr dazu im Text (4 S.)

Mit freundlicher Genehmigung Copyright © 2013 Rowohlt Berlin Verlag GmbH, Berlin.

Haager Landkriegsordnung

Die Haager Landkriegsordnung wurde auf den Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 verabschiedet. Sie stellt den wichtigsten Teil des Haager Abkommens und ist ein wesentlicher Bestandteil des humanitären Völkerrechts. Sie wird allgemein als der historische Ausgangspunkt wesentlicher vertragsrechtlicher Teile des gegenwärtigen humanitären Völkerrechts gesehen.

In ihr sind wichtige Begriffe, wie etwa der des Kombattanten, definiert und Bestimmungen u.a. zur Beschränkung der Wahl der Mittel der Kriegsführung, zur Verschonung bestimmter Gebäude mit gesellschaftlicher und sozialer Bedeutung, zu Waffenstillstand oder Kapitulation oder zum Verhalten von Besatzungsmächten festgelegt.