OnlineAkademie-Wissenssnack



Die zehn Irrtümer - und Argumente zum Gegenhalten!



  • 1 Die EU ist zu groß und zu teuer

    • 2015 hat die EU etwa 145 Mrd. Euro ausgegeben. Das klingt nach viel Geld und ist auch viel Geld. Aber es ist dennoch nur ein Prozent von allem, was die EU-Mitgliedstaaten zusammen erwirtschaften.

    • 145 Mrd. auf 508 Mio. Einwohner_innen, das sind etwa 285 Euro pro Bürger_in pro Jahr.
  • 2 Die EU hat zu viele Beamte

    • Für die Kommission, den Ministerrat und das Parlament arbeiten etwa 33.000 Beamte.

    • In der Stadtverwaltung München allein arbeiten 35.000 Menschen. Und die bayrische Landeshauptstadt hat sehr viel weniger Einwohner_innen als die EU. 
  • 3 Die EU leistet nichts

    • Das ist ein Vorwurf, der zeigt, wie schnell man sich an Fortschritt gewöhnt.

    • Reisen ohne Grenzen und Reisepass. Der gemeinsame Markt. Der Euro, Freiheit für alle, die etwas tun, lassen, lernen oder anbieten wollen.

    • Und das sind nur ein paar Leistungen der EU.
  • 4 Europa geht an den Bürgern vorbei

    • Ist das wirklich so? OK, kann man gewiss drüber streiten. Oder ist es eher umgekehrt? 

    • Vielleicht gehen viele Bürger_innen an Europa vorbei. Die Wahlbeteiligung von 43 Prozent bei der letzten Europawahl (2014) war niedrig, aber nicht unbedingt die "Schuld von Brüssel".
  • 5 Die EU regelt nur, was keiner braucht

    • Stimmt nicht. Die EU folgt den Wünschen der Bürger_innen.

    • Das Glühbirnenverbot gibt es nur, weil fast alle Umweltpolitiker_innen es haben wollten. 

    • Und das berühmte Maß für die Krümmung der Gurke? Das gab es auf Wunsch der Gemüsebauern. (Ist mittlerweile wieder abgeschafft)
  • 6 Die EU hat kein Gesicht und keine Stimme

    • Vielleicht sind es eher zu viele Gesichter als zu wenige!

    • Der Ratspräsident, der Kommissionspräsident, der Parlamentsvorsitzende, die Außenbeauftragte…

    • Aber das ist auch in Ordnung. Die EU ist vielseitig und hat viele Mitglieder – das sollte man auch an verschiedenen Stellen sehen können.
  • 7 In Krisensituationen fällt der EU nichts ein

    • Stimmt nicht. z.B.:
      Als die Bürger in vielen arabischen Ländern protestierten, hatte die EU schon fertige Pläne, wie den Menschen dort zu helfen war.

    • Doch die Mitgliedstaaten hatten eigene Ideen und wollten keine einheitliche Europapolitik.
  • 8 Die ganze EU ist undemokratisch

    • Nein. Das Parlament ist direkt gewählt, und im Ministerrat sitzen Vertreter_innen von frei gewählten Regierungen.

    • Diese Minister ernennen wiederum die EU-Kommissare.

    • Das ist indirekte Demokratie, aber immer noch demokratisch.
  • 9 Die EU ist langsam

    • Nein, die EU arbeitet (meist bzw. oft) vernünftig.

    • Mit 28 Partnern zu verhandeln und Kompromisse auszuarbeiten, kostet natürlich Zeit.

    • Und weil neue Gesetze oft große Folgen für die Mitgliedsstaaten haben, muss die Arbeit umsichtig und vorsichtig getan werden.
  • 10 Die EU weiß nicht, wo sie hin will: Staatenbund oder Bundesstaat

    • Das braucht die EU auch nicht zu wissen. (OK, ganz ideal ist das nicht)

    • Die Union ist aber in Bewegung und entwickelt sich immer weiter.

    • Die EU garantiert seit 70 Jahren Frieden, Freiheit und Wohlfahrt für die Mitgliedstaaten.

      Das ist doch einiges!

Europa - Eine sichere und soziale Zukunft