1969 - 2019: Fünfzig Jahre Mondlandung




1. Weil es schwer ist...

"Wir haben uns entschlossen, zum Mond zu fliegen [...], nicht weil es leicht ist, sondern weil es schwer ist."


In seiner Rede am 12. September 1962 auf dem Zentrum für bemannte Raumfahrt (Manned Space Craft Center) in Houston/Texas bekräftigte US-Präsident John F. Kennedy das von ihm im Mai 1961 formulierte Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts zum Mond zu fliegen.

Damit sollte der technologische Vorsprung der kommunistischen Sowjetunion, die im Oktober 1957 den Sputnik ins All gebracht hatte, aufgeholt werden.

Eine kleine Metallkugel mit langen Antennen in einer Erdumlaufbahn in mehr als 100 Kilometer Höhe, also außerhalb der Erdatmosphäre, im Weltall, war ein Schock für die westliche Welt und ihre Führungsmacht.

Der Sputnik war der erste Satellit, also der erste "menschengemachte Körper, der einen Himmelskörper umkreist".

Im April 1961 flog Juri Gagarin, ein sowjetischer Kosmonaut, als erster Mensch im Weltall um die Erde.

Das Zentrum in Houston gehörte der NASA. Die 1958 gegründete zivile National Aeronautics and Space Administration bündelte die Anstrengungen. In den Jahren davor hatte das Militär ambitioniert zu Flügen ins Weltall geforscht, überwiegend zu Kriegszwecken. Die Army hatte eine Machbarkeitsstudie für eine dauerhaft mit Soldaten besetzte Mondstation in Auftrag gegeben. Man erwog ernsthaft, vom Erdtrabanten aus Atomraketen auf die Sowjetunion abzuschießen.

Tatsächlich war es schwer, überhaupt erst einmal ins Weltall zu kommen. In den USA hatte man bisher nur suborbitale Raketenflüge mit ballistischer Flugbahn (in Form einer nach unten offenen Parabel ohne Umlaufbahn) durchgeführt.

Kurz nach dem Sputnik versuchte die Navy im Dezember 1957, einen eigenen Satelliten ins All zu schicken. Die Vanguard-Träger-Rakete explodierte und die Medien titulierten den Satellit "Kaputnik", "Flopnik" oder "Nullnik".

Durch die Bündelung der Kräfte in der NASA, massiven finanziellen Ressourceneinsatz und weil mehr als 400.000 Menschen am Apollo-Programm beteiligt waren, konnten Kennedys Vorgaben eingehalten werden.

Apollo 11 landete am 20. Juli 1969 (US-Zeit) auf dem Mond. Was für ein Erfolg, was für eine Euphorie!

Die Verwirklichung eines Menschheitstraums kostete sehr viel Geld, das stimmt. Aber es glückte, weil sich sehr viele Menschen dafür begeisterten und sich einbrachten.

Die Mondlandung könnte Vorbild sein für Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.


Schwierige Aufgaben gibt es auf dem Globus auch heute mehr als genug: Welcher technologisch basierte Fortschritt könnte heute ähnliche Begeisterung auslösen? Die völlige Abkehr von fossilen Brennstoffen? Ein Medikament gegen Alzheimer? Sauberes Wasser für alle Menschen?

Um als Sieger aus dem space race, dem Wettlauf im Weltall, hervorzugehen, waren die USA in der Wahl der Mittel nicht zimperlich. Einer der 400.000, Menschen, die an der Mondlandung mitwirkten, war Wernher von Braun. Der frühere Raketenexperte des NS-Regimes war mitentscheidend für die erfolgreiche Mondmission.

 

 

Wernher von Braun & John F. Kennedy 1963 (wikipedia)


Ein interaktiver Zeitstrahl zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland ab 1945. Mehr