Die Deutschen und ihr Wald

Ein Spaziergang zwischen Märchen, Management und Mythen

1. Nachhalten und Vorsorgen


1794 sollte Alexander von Humboldt den Bergbau im Fichtelgebirge sanieren. Er fand es "unbegreiflich, dass man [...] so wüthig als in Franken abholzt und Holz- und Wassermangel zugleich erregt."

Für ihn war Natur ein "netzartig verschlungenes Gewebe", in dem alles mit allem zusammenhängt. 

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2. Der Wald im Recht - das Recht im Wald


Die Landwirtschaft- und Forstorganisation der Vereinten Nationen FAO definiert Wald als "Landfläche mit einem Mindestanteil der Kronenfläche der Bäume von 10 Prozent, auf einer Fläche von mind. 0,5 Hektar".

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3. Reinertrag in der Nadelholzplantage


Eine Kiefernplantage wird in 80 Parzellen (Schläge) unterteilt, um sie ohne zeitliche Unterbrechung abholzen zu können. Monokultur ist nicht nachhaltig.(...)

Plantagen sind anfälliger für Wetter- und Insektenschäden, aber dafür gibt es Steuervergünstigungen.

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4. Echte Kerle und ihre Kettensägen


Forstarbeit ist einer der gefährlichsten Berufe überhaupt, mit dreimal mehr tödlichen Unfällen als im Baugewerbe. Macht das die Motorsäge zum Statussymbol?

Alte Männlichkeitsbilder geraten auch im Wald unter Druck. Der Bund deutscher Forstleute lädt zum Girls' Day, um den Frauenanteil von 10 Prozent zu steigern. 

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5. Waldschänken und Wölfe


Das Bundeswaldgesetz stellt fest:

"Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet." 


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6. Heimat und Vernetzung


Bäume bilden eine soziale Gemeinschaft, kommunizieren miteinander und helfen sich gegenseitig.

Nicht nur im Wald hängt alles miteinander zusammen, über die Erdatmosphäre sind alle Wälder und alle Menschen miteinander verbunden.

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7. Eichen und Leichen - Finstere Wälder, finstere Zeiten

Wichtige Autoren des 19. Jahrhunderts wie Ernst Moritz Arndt bedienten sich des Waldes als einer mythischen Begründung für die Erfindung einer deutschen Nation. Diese hat politisch zwar kein einheitliches Staatsgebiet, wurde in den Ehrenhainen und Gedichten der Romantik aber herbeigeträumt.

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8. Eine heimliche Liebe


Grimms Märchen spielen auch deshalb so oft in Wäldern, weil sie Ausdruck der Trauer über den Verlust des Waldes ab 1800 sind.

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9. Lametta, Harry Potter und ein Ausblick

Während Siegfried und die deutschen Eichen von E.M. Arndt als Symbole nationaler Abgrenzung funktionierten, ist der Verbotene Wald von J. K. Rowling ein universaler Ort im Universum von Hogwarts.
Das ist kein Happy End der Geschichte des Waldes, sondern nur eine neue, menschenfreundlichere Interpretation.

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Übersicht - Bild: istock/deimagine